Die Küche ist wohl eines der zentralsten Elemente eines Hauses bzw. einer Wohnung neben des Wohnraumes und dies nicht nur in unserer heutigen Zeit und seit den 2000er Jahren. Mit „Küche“ bezeichnen wir einen Wohnraum an sich und zugleich ebenso alle in diesen inkludierte technische Elemente und Geräte, welche wir zur Nahrungszubereitung und zum Kochen benötigen und verwenden.

Die Küche im Wandel der Zeit

Küche Retro Geschichte

Die Küche hat in den letzten Jahrzehnten einen großen Wandel vollzogen.

Lassen sich heute Menüs und Gerichte auf verschiedenste Weisen kreieren, herstellen und zubereiten, unter Anwendung diverser Gerätschaften, so war die Art und Weise des Kochens noch vor einigen Jahrzehnten, gar einzelnen Jahren, noch eine ganz Andere.

Die stetige Wandlung bzw. Verbesserung bisheriger Küchenmaschinen und zusätzliche Erfindung neuer Küchengeräte erleichtern die Zubereitung immer mehr und sorgen für neue Koch- Trends und Zubereitungsarten.

Die technologische Entwicklung der Küche in typisch deutschen Haushalten schritt insbesondere seit den 50er Jahren stetig und umfassend voran. Aus diesem Grund soll in diesem Beitrag die Entwicklung der Küche seit der Nachkriegszeit komprimiert dargestellt und erläutert werden. Einrichtungsbesonderheiten, bedeutende Gerätschaften und mediale Verbreitungsarten der jeweiligen Zeit sollen dabei definiert werden.

Die Anfänge in den 50er Jahren

Nach der Nachkriegszeit wurde die Ausstattung und die Entwicklung des Inventars in Küchen mit den zentralen und charakteristischen Begriffen „Austauschbarkeit“ und „Senkung der Kosten“ bezeichnet.

Dies bedeutet, dass das Mobiliar und ebenso die Elektrogeräte für die Küche meist genormte Maße und Ausstattungsmerkmale aufwiesen. Dies erwies sich als praktikabel, da alte Küchengeräte schnell und unkompliziert durch Neue ersetzt werden konnten.

Zentral für diese Zeit war es auch, dass kostengünstig und sparsam gebaut wurde. Diese Kostengünstigkeit bezog sich auf den sozialen Wohnungsbau und ebenso die Innenausstattung. Aber auch Küchenmöbel und Elektrogeräte sollten preiswert und dadurch für die ganze Gesellschaft zugänglich sein.

System- und Normküchen hielten Einzug in deutsche Küchen. Überdies konnten bestehende bzw. bereits vorhandene Möbel- Komponente einfach und unkompliziert durch neue und weitere Möbelstücke und Geräte ergänzt werden. Farblich waren zu dieser Zeit leichte Pastelltöne angesagt und fanden sich im ganzen Raum, von der Wandgestaltung bis zur Farbe der einzelnen Gerätschaften, wieder. Der unpersönlichen und auch als „trist“ bezeichneten Küchengestaltung wurde durch diese Farbwahl versucht entgegenzuwirken und die Ausstrahlung des Raumes freundlicher wirken zu lassen.

Die Möglichkeit der Auswahl von Herstellern diverser Elektroartikeln für die Küche beschränkte sich zur damaligen Zeit allerdings auf einige wenige, sehr bekannte und namenhafte Hersteller. Diese Hersteller gelten auch heute noch als beliebte und für qualitativ hochwertige Küchengeräte bekannte Marken. Dazu zählen beispielsweise BOSCH und AEG ,welche auch heute noch ein großes Prestige genießen.

Der Siegeszug der Einbauküche

Auch die Einbauküche hielt langsam Einzug in deutsche Küchen und etablierten sich zunehmend. Sie lösten nach und nach die Küchenbuffets ab, die in den 60er Jahren das zentrale Möbelstück fast jeder deutschen Küche bildeten. Die Einbaugeräte wurden zum Synonym für diese Zeitphase und auch in der heutigen Zeit sind Einbauküchen beliebte Elemente bei der Wohnungseinrichtung und vereinfachen die funktionelle Gestaltung der Küche, die ein unkompliziertes Kochen ermöglichen.

Im Laufe der 50er Jahre und darüber hinaus wurden Zusehens neue elektrische Elemente und Zubereitungsgeräte auf den Markt gebracht und medial verbreitet. Insbesondere Prospekte und Plakate von namenhaften Herstellern publizierten neuste „Must Haves“ der Zeit. Dazu gehörten das Anpreisen neuer Elektroherde, das Vermarkten des Thermomixes oder auch der BOSCH Küchenmaschine. Auch Geschirrspüler hielten Einzug in die deutschen Küchen, konnten allerdings aufgrund des Preises noch nicht von allen Bevölkerungsmitgliedern erworben werden. Hatten bis dahin nur 30 Prozent der deutschen Haushalte einen Elektroherd, erhöhte sich diese Zahl allerdings in den Folgejahren zusehens. Die neuen Küchengeräte erleichterten das Handeln in der Küche und wurden auch als „Entlastung der modernen Hausfrau“ betitelt und beworben.

Allgemein wurden diese neuen Geräte damit beworben, dass sie für ein enormen Zeitersparnis in der Küche der modernen Hausfrau sorgen würden.

Der Kunststoff hält Einzug

Im weiteren Verlauf, auch über die 60er Jahre hinaus, wurden die Möbel der Küche zunehmend mit Kunststoff ausgestattet. So hielt „Resopal- die bewährte Kunststoffplatte“ beispielsweise etwa 1960 Einzug in deutsche Küchen und auch weitere Elemente bestanden aus Kunststoff. Beworben wurde diese Materialwahl mit seiner besonders pflegeleichten Eigenschaft. Dies führte auch dazu, dass die Küche als leicht zu säubernde „Werkstatt der Hausfrau“ bezeichnet wurde. Nicht nur Außenfronten der Küchenmöbel, sondern auch die Innenwände dieser bestanden aus dem Material.

Der Trend der elektrischen Küchengeräte setzte sich auch in den folgenden Jahren immer weiter durch. Die „wilden 70ies„, sprich die 70er Jahre, werden auch heute noch mit abstrakten Formen und Mustern, sowie bunten Farbwahlen verbunden. Diese Besonderheit und typische Optik fand sich auch in der Ausgestaltung und dem Design der Küche wieder. Küchenfronten, Tapeten und Fliesen in Zellen-, Waben- oder Kapselform dominierten die Innenausstattung. Die Farbwahl lag vornehmlich bei Khaki, Apfelgrün oder einem kräftigen Rot und löste das zarte Pastell ab. Unkonventionell und etwas schräg waren auch die Elektrogeräte der Küche gestaltet. Sowohl das Geschirr als auch die elektronischen Geräte wiesen die charakteristischen Muster und Farben auf und komplementierten eine typische 70er Jahre Küche.

Küchenzeilen erhielten nun eigene weitere Bezeichnungen. So gab es beispielsweise die „Regina- Küchen“, die „Stahl- Plastic- Küche“, Schwedenküchen oder die weit verbreitete Kleinküche. Diese Bezeichnungen wurden auch durch die Hersteller stets verbreitet und medial beworben.

Nicht mehr von der Stange

Die starke Entwicklung zur individuell gestalteten Küche zog sich weiter fort, die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und vor allem flächenmäßigen Größe nahm weiter stetig zu und wurden von jeweiligen Anbietern und Versandhäusern, wie auch Neckermann, Otto oder Quelle, über Printmedien beworben.

Folgende Bezeichnungen unterstreichen die Vielfalt und Besonderheiten der Küchen zur benannten Zeit: Anbauküche mit FORMICA-Schichtstoff-Front, Arbeitsplatten mit grau-weißem Hornitexbelag und schwarzem Linoleumsockel, Vorderfront Polyester-Hochglanz-Oberfläche.

Die Entwicklung der Küche von einem eigenständigen, räumlich abgetrenntem Element des Hauses bzw. der Wohnung entwickelte sich ab den 70er Jahren steig weiter. Das anfängliche Wohnkonzept und Raumkonzept der Küche wandelte sich zu einem offenen Konzept des Zusammenlebens.

In den 80er Jahren wurden die Küche zunehmend zum sozialen Raum, welcher nun fortan eine Art Begegnungsstätte für alle Mitglieder der Familie, Freunde und Bekannte darstellte. Die Küche an sich war nicht nur ein Ort der Zubereitung von Gerichten, sondern auch sozialer Treffpunkt und Ort der Zusammenkunft. In der Küche wurde nicht nur noch gekocht, sondern auch gewohnt, gefiert und die Freizeit gemeinsam verbracht.

In dieser Zeit vollzog sich somit der Wandel der funktionellen Einbauküche hin zur privaten und offenen Wohnküche.

Die Technik rückt in den Mittelpunkt

Charakteristisch für die Küchenentwicklung ist die technologische Ergänzung und Weiterentwicklung der Küchenausstattung. Neue Küchengeräte hielten Einzug, dazu zählten zum Beispiel, Dampfgarer, Woks, Wasserbadkocher oder Grillelemente.

Imme mehr Hersteller der elektrischen Geräte produzierten und vermarkteten ihre Produkte, welche sich von der Ausstattung ähnelten, allerdings zunehmend ein vielfältigeres Design aufwiesen.

Die Menschen individualisierten ihren Küchenbereich zusehends, trotzdem blieb die Einbauküche ein beliebtes Küchenelement. Gerade junge Leute, welche nur über ein geringeres Budget verfügen, lassen nach wie vor eine Einbauküche einbauen. Doch auch diese Küchennutzer kommen dem Trend zur individuellen Küche nach. Die Vielfalt an technologischen Geräten unterschiedlichster Anbieter, Formen und Farben ermöglichen das Einrichten einer „eigenen“ und unverkennbaren Küche, welches das Kochen nach speziellen Bedürfnissen ermöglicht.

Das mehr und mehr verbreitete offene Wohnkonzept zieht sich bis in die heutige Zeit.

Die 80er

Zentral für die Entwicklung ab den 80er Jahren war auch, dass bisher verwendete (Oberflächen)- Materialien durch andere Materialien abgelöst bzw. erweitert wurden. Die Veredelung der Küche mit Oberflächenmaterialien wie Linoleum oder Aluminium, ist charakteristisch für die Küchenentwicklung ab diesem Zeitpunkt.

Waren Materialien wie Edelstahl anfänglich nur für gut betuchte Menschen leistbar, verbreiteten sich diese fortan immer mehr und ersetzten Kunstoffoberflächen. Dabei wurde die Hochwertigkeit der Küche auch durch das Bekleben der Küchenfronten mit dünnen Edelstahlplatten oder Holzplatten optisch hergestellt.

Küchengeräte behalten zwar ihre alten und bewährten Funktionen, werden aber stetig technologisch weiterentwickelt und mit neuen Funktionen versehen.

So gehören Mikrowellen seit den 70er und 80er Jahren in viele Küchen und haben sich bis heute fest etabliert. Die Ergänzung des Kücheninventars durch Toaster, transportable und platzsparende Mini- Backöfen oder auch modernen Kaffeemaschinen trieben den Entwicklungstrend voran. Aufgrund der hohen Anzahl verschiedener Anbieter, welche einen täglichen Kampf um bestmögliche Stellung auf dem Markt betreiben, bietet sich für Käufer ein breites Marktangebot. Die Auswahl zwischen teuren und sehr günstigen elektrischen Geräten ist heute sehr hoch. Auch Menschen mit geringerem Einkommen haben heute die Möglichkeit, ihre Küche preisgünstig und dennoch modern und mit aktuellen Küchengeräten auszustatten und aktuelle Trends umzusetzen.

Die heutige Küche

Heute definiert sich eine moderne Küche über viele kleine Küchengeräte. Gab es so früher nur klar definierte und einige wenige Großgeräte, wie den Herd und einen Geschirrspüler, werden diese zentralen Elektrogeräte durch weitere Kleingeräte ergänzt. Dazu zählen auch neue Entwicklungen und Geräte, wie Kaffee- Pad- Maschinen, Espressovollautomaten, Garer, Heiluftfriteusen, konventionelle Friteusen, elektrische Eierkocher, elektrische Milchschäumer, Induktionskochplatten, Wasserkocher oder auch Küchenmaschinen, zum Inventar. Geschirrutensilien und Kochutensilien unterliegen ebenso einer stetigen Weiterentwicklung und bieten aufgrund der hohen Preisdifferenz, unter einzelnen Modellen, für die gesamte Gesellschaft, eine gute Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Neuschaffungen. In Geschäften gibt es so nicht nur einfache Essteller zu kaufen, sondern auch spezielle Pastateller, Pizzateller, Espressotassen, doppelwandige Teegläser oder auch Crepe- Pfannen. Für jede Zubereitungsart, Getränkeart und Nahrungsform gibt es unzählige Gefäße, Tassen, Formen und Töpfe.

Die Farb- und Designwahl all dieser einzelnen Produktkategorien ist dabei schier unendlich und garantiert zusätzlich eine individuelle Küchenausstattung.

Was heute zählt: das Stück Luxus im Haus

Die mediale Verbreitung und Bewerbung aller Kücheneinrichtungsgegenstände erfolgt dabei heute über alle existierende Medien und reicht über Werbespots im Fernsehen , über Radiospots bis hin zur Verbreitung über Zeitungsbeilagen.

Fachgeschäfte, Onlineshops und Möbelhäuser haben sich auf die Anforderungen, ausgehend von der deutschen Bevölkerung, seit längerem spezialisiert und locken wöchentlich mit der Bekanntmachung neuer Trends und aktuellen Rabattaktionen. Sie machen sich den Wunsch der Menschen nach einer „Traumküche“ zu Eigen und versprechen Jedem das Quäntchen Luxus für das Eigenheim. Luxus- Küchen werden heute oft verkauft und können dabei auch vor Ort, gemeinsam mit einem „persönlichem“ Berater geplant und nach individuellen Wünschen gebaut bzw. angepasst werden.

Die eigentliche Aufgabe einer Küche ist dabei bei Weitem nicht mehr nur das Kochen an sich. Küchen sollen auch unterhalten und entertainen können. Aus diesem Grund sind neuste Multimediasysteme, beispielsweise in Form von Musikanlagen oder eines TV- Screens, immer öfters in modernen Küchen verbaut.

Günstige Massenprodukte, welche sich kaum voneinander unterscheiden gibt es selten. Vielmehr sind hochpreisige Küchen in den Wohnungen und Häusern in deutschen Haushalten zu finden. Zusätzliche Gadgets sorgen für mehr Spaß am Küchengebrauch. Per Smartphone, Tablet und Co. kann die heimische Küche heute auch per App einfach bedient und eingestellt werden. So können beispielsweise Abzugshauben per Handytaste eine Stufe höher gestellt, der Kühlschrank zum Herstellen von neuem Crushed- Ice aufgefordert oder auch die Garzeit des Bratens im Ofen per Knopfdruck schnell reduziert werden.

Alter und Geschlecht bestimmen die Anforderungen an eine moderne Küche

Auch das zunehmende Alter der Gesellschaft spielt eine Rolle bei der Konstruktion der Küche. Der demografische Wandel bedingen, dass Küchen altersgerechter geplant und gebaut werden.

Höhenverstellbare Küchenelemente oder auch höher verbaute Küchengeräte sorgen für gewissen Komfort auch im höheren Alter. Generell ist es heute gängige Praxis, dass die Küchengeräte höher gelegen und verbaut werden, um den Komfort und die Einfachheit des Bedienens zu erhöhen.

Zentral für die Entwicklung der Küche über die letzten Jahrzehnte ist auch die Beachtung des Geschlechtes und die Ausrichtung der Küchengestaltung an diesem.

Galt die Küche, wie bereits erläutert, auch in den 70er Jahren noch als Ort der modernen Hausfrau, ist die Küche heute nicht mehr ein geschlechterspezifischer Ort.

Auch wenn Frauen noch immer häufiger kochen, sind Männer schon länger nicht mehr nur die Bekochten. Auch das männliche Geschlecht ist oft am Herd vertreten und mag das ein oder andere Küchengadget besonders gerne. Aus diesem Grund appellieren Hersteller heute besonders gerne an Männer und bewerben ihre Produkte mit einem maskulinem Design und besonderer technischer Ausstattung.

Um eine Entwicklung der Küche erläutern und darstellen zu können ist es von Nöten in lang vergangene Zeiten zu werfen. Bereits seit der Nachkriegszeit hat sich das Konzept der Küche, die technologische (Weiter-)Entwicklung der Ausstattung, des Designs und der Elektrogeräte signifikant und stetig weiterentwickelt. Dabei haben aber auch viele Gerätschaften bis heute eine tragende Rolle beim Kochen, in den letzten Jahrzehnten allerdings einen starken Wandel bzw. eine bedeutsame Weiterentwicklung erlebt. Neue Gadgets, ob individuell als nötig oder bloßer Spaßbringer erachtet, ergänzen das heutige Konzept der modernen und luxuriösen Wohnküche.

Es lässt sich sicherlich mit Interesse und Freude erwarten, welche optischen und technologischen Küchentrends die deutsche Gesellschaft in den kommenden Jahren erleben wird.

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