Telefon 70er Jahre, Retro, VintageEin Wählscheibentelefon von heute bietet moderne Technik in Retro-Optik. Hier findest Du einerseits einen Überblick aktueller Produkte und Bestseller und zudem eine Einordnung und Geschichte des Wählscheibentelefons. Ich hoffe nach Lektüre dieses Artikels hast Du alle Informationen, die du brauchst, um dir das passende  Retro-Design-Objekt für deine Wohnung auszusuchen und zudem mit dem entsprechenden Hintergrund glänzen kannst. Viel Vergnügen.

Die Geschichte des Wählscheibentelefons und seine spätere Ausmusterung

Mit Beginn der Fernsprechtechnik gestaltete sich die Aufnahme einer Telefonverbindung als überaus kompliziert, da der Benutzer des Telefons erst einmal das sogenannte „Fräulein vom Amt“ (eine Vermittlungskraft des Fernsprechamtes) „wecken“ musste.

Dieser Vorgang verlief entweder mithilfe eines Kurbelinduktors oder einer einfachen Ruftaste. Anschließend wurde dem „Fräulein vom Amt“ mitgeteilt, mit wem man nun sprechen möchte, sodass diese mithilfe von Klappenschränken die gewünschte Verbindung aufbaute. Der Aufbau einer Verbindung konnte sich dabei oftmals in die Länge ziehen bzw. auch bestimmte Fehler aufweisen.

Mit dem Jahre 1889 kam dann das selbstständige Wählen des Telefons. Das nach seinem Erfinder benannte Strowger-System (von Almon Strowger) funktionierte dabei folgendermaßen: wollte man beispielsweise die Rufnummer 247 wählen musste der Telefonierende zweimal die Taste Hundert, viermal die Taste Zehn und siebenmal die Einser Taste betätigen. Allerdings bot diese Variante eine überaus umständliche wie auch aufwendige Art des Telefonierens.

Sieben Jahre später kam mit den Brüdern Charles und John J. Erickson sowie A. E. Keith im Jahre 1896 ein einfacheres System heraus. Denn anstatt der Tasten wurde nun eine Wählscheibe verwendet, sodass die Einer-, Zehner- und die Hunderterstellen besser gewählt werden konnten. Infolgedessen musste die installierte Einrichtung stets mit einer Ortsbatterie ausgestattet und auch gewechselt werden.

1908 kam dann in Deutschland der Fernsprechapparat mit Nummernschalter zum Einsatz. Erfunden von Siemens & Halske konnte das neue System ohne Weiteres ohne jegliche Batterien betrieben werden. Neben dem bekannten Wählscheibentelefon gab es darüber hinaus noch den Geradezug-Nummernschalter sowie den Trommelwählschalter. Allerdings konnten sich beide nicht im Vergleich zum Nummernschalter bewähren, sodass sie bereits kurze Zeit später wieder vom Markt genommen wurden.

Mit dem Wählscheibentelefon ging auch ein hoher Verschleiß einher, sodass das Gerät nach längerer Benutzung entweder überholt oder ausgetauscht wurde. Um diesem Problem entgegenzuwirken wurde in den 1970er Jahren von der Firma Krone ein langlebiges und darüber hinaus wartungsfreies Wählscheibentelefon entwickelt. Da die Fertigungskosten überaus hoch ausfielen, stieg man im Laufe der Entwicklung auf ein Getriebe aus kostengünstigerem Kunststoff um.

Sein Ende fand das Wählscheibentelefon mit den 80er Jahren. Ersetzt wurde es von neuen digital elektronischen Bauteilen darunter die allseits bekannte Tastenwahl. Infolgedessen kam die digital angehauchte Welle, darunter auch die SIM-Karte. Denn mit der SIM-Karte geriet auch das Gerät von früher immer mehr in Vergessenheit.

Wie war die Funktionsweise und Technik des Wählscheibentelefons?

Das Wählscheibentelefon besitzt zum einen eine sogenannte Fingerlochscheibe, welche zehn Löcher aufweist und mit den Ziffern von jeweils null bis neun beschriftet ist. Der Telefonierende schiebt dabei ganz einfach einen Finger in das richtige Loch und dreht nach rechts, bis zum Fingeranschlag. Mithilfe dieser Bewegung kommt es zur Spannung der Rückdrehfeder (im Inneren des Telefons). Mit Herausziehen des Fingers dreht die Rückdrehfeder anschließend die Wählscheibe in ihre ursprüngliche Lage zurück. Durch den erbrachten Bewegungsablauf wird daraufhin ein Signal mittels Impulse an die Vermittlungsstelle gesendet, sodass die entsprechende Ziffer dort erscheint.

Neben der Fingerlochscheibe und Rückdrehfeder ist das Wählscheibentelefon darüber hinaus mit einem Fingeranschlag, Zahlenkranz, Fliehkraftregler sowie einer Nocken- und Impulsscheibe (Impulswahl) ausgestattet. Je nach Bauart kommen oftmals noch mehrere Zahnräder sowie Rutschkupplungen hinzu. Des Weiteren zeigen sich bezüglich der elektrischen Kontakte drei Varianten zum einen den nsa-, nsi- wie auch nsr-Kontakt.

Wie unterscheidet sich das Telefonieren mit dem Wählscheibentelefon zu heute?

Zum einen unterscheidet sich das Telefonieren mit dem Wählscheibentelefon im Vergleich zum heutigen Telefonieren darin, dass das Wählscheibentelefon stets mit einem Kabel verbunden war und aus diesem Grund nicht mit durch das Haus genommen werden konnte. Das hieß man stand immer am selben Ort wie das Wählscheibentelefon. Infolgedessen mussten die Freundinnen Gespräche oftmals im Stehen oder Sitzen durchgeführt werden, sodass der kleine Bruder ohne weiteres jedem Wort lauschen konnte.

Zum anderen gab es des Öfteren zur damaligen Zeit nur ein Gerät im Haushalt, sodass jedes Familienmitglied warten musste, bis das Telefonat eines anderen vorüber war, sodass das Wählscheibentelefon frei werden konnte. Das Risiko zu Warten bis man also das gewünschte Telefonat führen konnte, war aus diesem Grund überaus groß und führte oftmals zu genervtem Augenrollen.

Wie ist dieses Gerät nostalgisch belegt?

Das Wählscheibentelefon ist insbesondere mit seinen knalligen und auffallenden Farben überaus nostalgisch und erinnert an die „guten“ alten Zeiten zurück. Wie man beispielsweise während des Telefonierens den Finger durch das Kabel zieht und dieses mehrmals um den Finger zwirbelt während man telefoniert. Oder auch, wie stets in den Filmen dargestellt wird, das Geräusch der Wählscheibe beim Drehen oder der nostalgische Klingelton der bei einem eingehenden Anruf entsteht. Darüber hinaus sind insbesondere die in Orange gehaltenen Wählscheibentelefone überaus bekannt.

Welchen popkulturellen Einfluss hatte das Wählscheibentelefon?

Mit dem Wählscheibentelefon geht nicht nur der Nostalgie-Charakter einher, sondern noch vielmehr der popkulturelle Einfluss auf die gesamte Gesellschaft. Denn wer kennt nicht das bekannte Telefon aus Filmen, Musikvideos oder eigenen Erfahrungen? Sicher hatte bereits der eine oder andere ein Wählscheibentelefon in der Hand.

Darüber hinaus stellt es nicht nur einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand dar, sondern vielmehr eine Hommage an frühere Zeiten. Welche sowohl Einfluss nimmt in die Kunst als auch in unser eigenes Alltagsleben heute. Denn immer mehr sieht man in den unterschiedlichsten Geschäften das alt bekannte Wählscheibentelefon wieder auf den Verkaufstresen stehen. Dabei gilt es nicht mehr nur als alleiniger Gebrauchsgegenstand, vielmehr soll es als Statement der Popkultur dienen, das jedem bekannt sein sollte.

Wandtelefon als Besonderheit

Eine besondere Form alter Telefone ist das Wandtelefon. Aufgrund ihrer Größe war es praktischer die Geräte einfach an die Wand zu hängen anstatt sie umständlich irgendwo auf ein Kommode oder so zu stellen. Wandtelefone können heute eine besonders schönes Deko-Objekt sein und daher in einer entsprechenden Wohnung der perfekte Blickfang sein.

Wie ist die heutige Sicht auf das Wählscheibentelefon – Ein Retro-Produkt?

Wie im vorangegangen Absatz angedeutet tritt das Wählscheibentelefon immer mehr in den Vordergrund. Dabei kann es sowohl als schickes Wohn-Accessoire dienen wie auch als beliebiges Telefon. Denn tatsächlich ist es möglich mit dem früheren Wählscheibentelefon auch heute noch zu telefonieren.

Des Weiteren gibt es das Gerät in den unterschiedlichsten Farben beim Überzug, sodass von Schwarz, Orange bis zu leuchtend Pink alles dabei ist. Aber auch im Bezug auf das Modell lässt das heutige Retro Produkt keine Wünsche offen. Ob im klassischen 40er Jahre Look oder im mondänen 70er Jahre Überzug wertet das Wählscheibentelefon jeden Hipster Haushalt auf. Dabei greifen nicht nur die Älteren nach diesen Modellen, vielmehr sind es auch die jüngeren Menschen, die gerne einmal ein solches Gerät bei sich zu Hause haben möchten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das Gerät nur, als Deko im Retro Stil dient oder auch tatsächlich funktionstüchtig sein sollte. Ein ansehnliches Accessoire neben dem herkömmlichen Smartphone ist es allerdings allemal.