Retro Filme

Kino macht Geschichte lebendig.

Filme sind eine der besten Möglichkeiten, sich zurück in eine andere Zeit zu transportieren. Gut ausgestattete Filme erwecken die Vergangenheit wieder zum Leben. Die Requisiten, Kleidung, Autos bis hin zum authentischen Verhalten und Sprechen der Charaktere. Allerdings gelingt das den Filmschaffenden unterschiedlich gut. Natürlich kann man Filme schauen, die bereits damals gedreht wurden, allerdings muss man auch die insbesondere technischen Einschränkungen der damaligen Zeit hinnehmen.

Es gibt allerdings auch moderne Filme, die das Flair der früheren Jahre besonders authentisch einfangen. Sie bieten moderne Drehbücher, Effekte und Schauspieler und machen die Traumwelt für einen Kinoabend wahr. Im Mittelpunkt stehen oft besondere Themen aus der Zeit wie Jugendkultur, Musik oder historische Ereignisse. Wir haben für die jeweiligen Jahrzehnte eine völlig subjektive Zusammenstellung erstellt. Viel Spaß!

Filme die in den fünfziger Jahren spielen

Der Krieg hatte seine Spuren hinterlassen. Die ältere Generation wollte wieder zurück, wo sie vorher war. Die jüngere Generation auch, aber auf anderen Wegen. So erlebte der Film in den 50er Jahren ein wahres Feuerwerk an neuen Ideen.

Die Filme der 50er Jahre – Der Stil

Schlagwort „Cinemascope“ ließ legendäre Monumentalfilme wie „Ben Hur“ und „Die 10 Gebote“ entstehen. Der „Kalte Krieg“ entfachte Interesse an Spionage (James Bond) und Science-Fiction (Jules Verne, Aliens, Godzilla). Durch den Wunsch, es ab jetzt anders zu machen, bekamen Anti-Helden und Rebellen mit Marlon Brando und James Dean ein Gesicht. Der Rock ’n‘ Roll hieß Elvis Presley.

Harte Männer, die der Gefahr furchtlos ins Auge schauen – ob im Krieg oder im Wilden Westen. Diesen Part übernahm John Wayne fast im Alleingang. Andererseits ließ der Drang, die beinharte Realität durch Lebensfreude wegzuzaubern, das Musical und die Komödie in nie erreichte Höhen aufsteigen. Namen wie Gene Kelly, Doris Day, Audrey Hepburn und Marilyn Monroe sprechen für sich. Schließlich war da noch eine Größe, ohne der die 50er Jahre nicht das gewesen wären, was sie waren: Alfred Hitchcock.

A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn

Der Film beleuchtet etwa 25 Jahre im Leben von John Nash, einem begnadeten Mathematiker, der sich mit Zahlen leichter verbindet als mit Menschen. Aufgrund dessen wird er in eine Welt von Spionage und Kryptografie hineingezogen. Während John sich immer mehr in diesem Netz verfängt, kämpft seine Frau um ihren Mann. Schlussendlich treten sie gemeinsam dem Feind gegenüber – mächtiger noch als Zahlen, kann dieser nur durch Freundschaft bezwungen werden.

Russell Crowe und seine Film-Ehefrau Jennifer Connelly wurden als bester Hauptdarsteller bzw. beste Nebendarstellerin geehrt. Außerdem gab es den Oscar für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Kritiker bemängeln die zum Teil doch groben Ungenauigkeiten zum echten Leben von John und Alicia Nash, doch Regisseur und Co-Produzent Ron Howard verstehe es wie kein anderer, uns im wahrsten Sinne des Wortes an den Rande des Wahnsinns zu treiben.

Walk the Line

Countrylegende Johnny Cash – wer er war, glauben wir zu wissen. Aber es ist das Wie und Warum, das dieser autobiografische Film zu beantworten versucht. Aufgewachsen auf einer Baumwollfarm, meldet sich John zur Air Force und wird in Deutschland stationiert. Dort entdeckt er sein Talent für Musik. Erst einige Zeit später, als er mit seiner Familie ein ruhiges Leben führt, kommt er bei einem Tonstudio vorbei. Er möchte nur einen Gospelsong aufnehmen – und von da an beginnt ein Leben auf der Überholspur.

Bei den Golden Globe Awards wurde er als der beste Film ausgezeichnet. Zusätzlich wurden Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon als die besten Hauptdarsteller geehrt. Außerdem gab es 5 Oscarnominierungen, wobei die beste Hauptdarstellerin ihren mit nach Hause nahm. Der Film fand vor allem deshalb mehr als nur Anerkennung, weil es die beiden Hauptdarsteller wagten, bei der Verkörperung zweier Musiklegenden auch selbst das Singen zu übernehmen. Das Ergebnis sei zwar nicht wie das Original, aber jedenfalls originell.

Nowhere Boy

Es ist ein Leben voller Gegensätze – Klassik und Rock ’n‘ Roll, Tschaikowski und Elvis Presley, Universität und Rockband, Tod und Freunde, Erfolg und Tränen, Mutter und Tante, wer oder was sind Eltern und wo ist Zuhause? Aus diesem Chaos kam ein junger Mann heraus, der dorthin gehörte, wo Genies zu Hause sind – nirgendwo. Er teilte sich der ganzen Welt mit und behielt trotzdem alles für sich. Viele hörten seine Worte, wenige verstanden ihn. Sein Name: John Lennon.

Sam Taylor-Wood gab mit diesem Film ihr Debüt als Regisseurin und überraschte auch gleich mit 4 Nominierungen bei den British Academy Film Awards, darunter – wie soll es anders sein – auch für die beste Nachwuchsleistung in Regie. Rezensionen kritisierten zwar den eher oberflächlichen Beginn, doch nach und nach wird eine wertvolle Geschichte mit Tiefgang und viel Musik erzählt.

Hitchcock

Preis: EUR 8,40

Mit seinem neuesten Film „Der unsichtbare Dritte“ ist Alfred Hitchcock am Höhepunkt seiner Karriere angelangt. Hört man auf Kritiker, ist er genau dort, wo jemand auch aufhören sollte. Ist man einmal ganz oben, kann es nur noch bergab gehen. Doch Hitchcock ist überzeugt, dass er sein Potential noch bei weitem nicht ausgeschöpft hat. Alles, was er benötigt, ist eine gute Idee – und eine Frau, die an ihn glaubt. Komme, was wolle.

Mit Anthony Hopkins als Alfred Hitchcock wird einem großen Mann alle Ehre gemacht. Doch es ist die Leistung von Helen Mirren als Alma Reville, die dem Film das gewisse Etwas verleiht. Sie wurde mehrmals als beste Hauptdarstellerin nominiert, unter anderem auch bei den Golden Globe Awards. Kritiken reichen von purer Fantasie bis hin zu gut gemeinter Biografie, aber jedenfalls versuche der Film, die Gedankenwelt eines Großmeisters mit etwas Augenzwinkern zu interpretieren.

Big Eyes

Preis: EUR 5,99

Margaret geht durch all die Höhen und Tiefen, die das Leben so mit sich bringt: ein Ehemann, eine Tochter, eine Scheidung, ein Umzug, ein Hobby – und ein Talent, das seinesgleichen sucht. Sie malt. Ihre Portraits von Männer, Frauen, Kindern und Tieren tragen ihre ganz persönliche Unterschrift: große, runde Augen. Dann trifft sie Walter. Sie sehnt sich nach einem Mann. Er sehnt sich nach einer Frau mit Talent – oder eher nach Talent. Mit oder ohne Frau.

Bei den Golden Globe Awards wurde Christoph Waltz als bester Hauptdarsteller nominiert. Amy Adams gewann sogar den Award als beste Hauptdarstellerin. Selbst das eigens für den Film geschriebene Lied „Big Eyes“ von Lana Del Rey fand sich in der Liste für den besten Song. Die aussagekräftigste Rezension kommt von Margaret Keane selbst: „Der Film trifft haargenau mein Leben.“

American Graffiti

Preis: EUR 5,99
statt: EUR 10,98

Der von von George Lucas gedrehte Film aus dem Jahr 1973 ist in vielen Dimensionen besonders. Zu nennen ist hier zunächst der sensationelle Soundtrack mit über 40 Rock-’n’-Roll-Titeln. Aber auch Aufbau und Schnitt waren zu seiner Zeit außergewöhnlich. Die Zuordnung in das Genre Teanager-Komödie greift dann auch viel zu kurz. Vielschichtig werden Probleme wie das Erwachsenwerden oder der vor der Generation liegende Vietnamkrieg in das Bewusstsein des Zuschauers geholt. Der Film gewann folgerichtig viele Preise wie den Golden Globe und heimste auch eine Reihe an Oscar-Nominierungen ein. Zudem war er auch finanziell ein großer Erfolg und legte den Grundstein vieler Karieren.

Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein

Preis: Derzeit nicht verfügbar

Der 1998 von Gary Ross gedrehte Film spielt wunderschön mit den Moralvorstellungen der 50er. Durch einen „Unfall“ in die namensgebende Fernsehserie gezogen müssen 2 Geschwister sich in einer auf den ersten Blick perfekten Kleinstadt zurecht finden. Das ist gar nicht so leicht, insbesondere da die Welt um sie herum ohne Farbe, also schwarzweiß ist. Allerdings kommt nach und nach Farbe ins Spiel, wenn die Jugendlichen sich gegen die Älteren auflehnen und Musik,Sex Selbständigkeit erlebt werden. Einfach ein liebenswerter Film.

Das Wunder von Bern

Das Wunder von Bern steht für denGewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1954 der deutschen Nationalmanschaft. Damals wurde die ungarische Manschaft trotz einer von allen klar gesehenen Dominanz der Ungarn geschlagen. Der Film zeichnet diesen Erfolg nach, zeigt aber darüber hinaus viel mehr die Situation der Nachkriegszeit, die Probleme, Hoffnungen und Realitäten der damals lebenden Menschen. Ein Zeitzeugnis.

The Shawshank Redemption

„Die Verurteilten“ oder im Originaltitel „The Shawshank Redemption“ gilt für viele als bester Film aller Zeiten.  Überhäuft mit Preisen führt uns dieser Film, angefangen von den späten Vierzigern durch die folgenden Jahrzehnte. Die im Mittelpunkt stehende Männerfreundschaft wird durch die brillanten Hauptdarsteller Tim Robbins und Morgan Freeman gespielt. Der Film bietet Drama, Spaß und Spannung. Zugleich bildet er die Probleme seiner Zeit ab. Sei es Diskriminierung, das bigotte Verhalten der Obrigkeiten  oder die fragwürdigen Folgen des damaligen Strafvollzugsystems. Absolut sehenswert.

Filme die in den 60er Jahren spielen

Was man sät, das wird man auch ernten. Wurden in den 50ern noch Grundfesten erschüttert und Werte entwurzelt, blühte in den 60ern eine neue Kultur auf, die all das schon Dagewesene endgültig in den Schatten stellte. „Easy Rider“ ist eine Ikone der Dekade.

Die Filme der 60er Jahre – Der Stil

Der Momumentalfilm richtete sich noch einmal in voller Pracht auf, nur um dann genauso wie „Spartacus“, „Cleopatra“, „Doktor Schiwago“ und „Lawrence von Arabien“ ein eher unrühmliches Ende zu finden. Im Gegensatz konnten sich andere Genres fest etablieren: Charlton Heston am „Planet der Affen“, Sean Connery als „James Bond“, Peter Sellers als „Jacques Clouseau“, Alfred Hitchcock mit „Die Vögel“, Audrey Hepburn in „My Fair Lady“ und „Breakfast at Tiffany’s“ oder Julia Andrews als „Mary Poppins“ und in „Sound of Music“.

John Wayne weigerte sich hartnäckig, den Heldentod zu sterben. Ganz im Gegenteil, mit „True Grit“ eroberte er seinen ersten und einzigen Oscar. Doch es war für Nachwuchs gesorgt. Ob „Die glorreichen Sieben“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „The Wild Bunch“ – im Westen wurde es wilder. Der klassische Western mutierte zum Spaghettiwestern. Außerdem kam mit Clint Eastwood ein Mann auf den Bildschirm, der uns nach über einem halben Jahrhundert immer noch begleitet.

Saving Mr. Banks

Pamela Travers hat vor langer Zeit ein Buch geschrieben. Walt Disney versucht ebenso lange, die Filmrechte dafür zu bekommen. Erfolglos. Dann plötzlich ein Schritt nach vorne. Im nächsten Moment wieder 2 zurück. Warum ist die Zusammenarbeit mit Pamela Travers so schwierig? Doch dann kommt Helen Goff ins Spiel, und plötzlich wird klar, wer hier wirklich die Fäden in der Hand hält: Mary Poppins.

Rezensionen waren begeistert von den schauspielerischen Höhenflügen, die vor allem im Zusammenspiel von Tom Hanks als Walt Disney und Emma Thompson als Pamela Travers entstehen. Selbst wenn der Film voll von biografischen Ungenauigkeiten wäre, ließen die beiden Hauptdarsteller einem das leicht verzeihen und vergessen. Der Film wurde für zahlreiche Auszeichnungen nominiert. Besonders erwähnenswert darunter war immer wieder Emma Thompson als beste Hauptdarstellerin. „Saving Mr. Banks“ wurde unter anderem auch unter den 10 besten Filmen des Jahres 2013 genannt.

Moonrise Kingdom

Das ist die Geschichte von Sam und Suzy – Brieffreunde, die beschließen gemeinsam durchzubrennen und sich ihr eigenes „Königreich“ aufzubauen. In diesem Abenteuer wird den beiden immer mehr bewußt, dass so, wie sie sich selbst sehen, sich wesentlich unterscheidet von dem, wie andere sie sehen. Die Gesellschaft Mitte der 60er Jahre war ein fast unüberwindbarer Gegner. Doch da findet sich jemand, der sich erinnert, selbst auch einmal 12 Jahre alt gewesen zu sein.

Obwohl die Nebenbesetzungen mit Bruce Willis, Edward Norton und Bill Murray wohlklingende Namen aufweisen können, sticht vor allem der jugendliche Charme der beiden Hauptcharaktere Sam und Suzy heraus. In den Kategorien Bühnenbild, Schauspielensemble und Regie gab es einige Nominierungen. Der Höhepunkt war aber sicherlich die Nennung für den besten Film bei den Golden Globes und für das beste Originaldrehbuch bei der Oscar-Verleihung.

Across the Universe

Der Film erzählt die Geschichte von Lucy, Jude, Max, Sadie, Jo-Jo und Prudence, die sich im Zeitalter der Beatles begegnen, sich durch private, politische, und gesellschaftliche Veränderungen aus den Augen verlieren, um sich dann am nächsten Hoch oder im nächsten Tief wiederzufinden. Die 60er Jahre in 2 Stunden: Beatles, LSD, Vietnamkrieg, Friedensdemonstrationen, Studentenbewegungen und noch vieles mehr.

Kritiken gehen weit auseinander. Teilweise wird der Handlungsstrang bemängelt, der sich mehr oder weniger von einem Beatles-Song zum nächsten zieht. Auch die dargestellten Charaktere hätten keinen Tiefgang. Allerdings wurden sowohl die Choreografie als auch die Gesangsleistungen der Darsteller gelobt. Eine beherzte Darstellung einer vielleicht klischeehaften Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer turbulenten Dekade. 3 erwähnenswerte Nominierungen sind: Bestes Soundtrackalbum (Grammy Awards), Bester Film (Golden Globe Awards) und Bestes Kostümdesign (Oscar).

Ray

Preis: EUR 12,99

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst. Ray Charles kann ein Lied davon singen – und genau das hat er auch getan, mehr als nur eines. Eine afro-amerikanische Familie zur Zeit der Rassentrennung, ärmliche Verhältnisse, vom Vater verlassen, sein Bruder tot, er selbst blind – und da war er 7 Jahre alt. Aber er hat sich dem Kampf gestellt und hat immer wieder einen Fuß vor den anderen gesetzt, auch wenn ihm die Stürme des Lebens von Zeit zu Zeit ein paar Schritte zurückgeworfen haben. Seine Kraftquelle war seine Mutter, seine Waffe – das Piano

Ray Charles hatte einen großen Anteil an der Entstehung dieser Biografie. Kurz vor der Premiere verstarb er. Doch Jamie Foxx erweckte ihn auf der Leinwand wieder zum Leben – mit all dem Charisma des Originals. Der Oscar für den besten Hauptdarsteller bestätigt dies. Der Film selbst gewann einen 2. Oscar für den besten Ton und war noch in 4 anderen Kategorien (Film, Regie, Kostüm, Schnitt) nominiert.

Grace of Monaco

1962 – Monaco. Vor dem Hintergrund einer Staatskrise mit Frankreich gerät Fürstin Grace durch den Besuch eines Mannes namens Alfred Hitchcock in einen Loyalitätskonflikt zwischen dem, was sie einmal war, dem, was sie ist und dem, was sie gerne sein möchte. Eine folgenschwere Entscheidung für die Ehe, die Familie und ein ganzes Volk.

Der Film hat schon im Vorfeld stark polarisiert, da sich vor allem die Fürstenfamilie wegen historischer Ungenauigkeiten distanzierte. Andererseits legte Regisseur Olivier Dahan Wert darauf, dass es sich hier nicht um eine Biografie, sondern vielmehr um eine Charakterdarstellung handle. Die schauspielerische Leistung von Nicole Kidman wurde ebenso im gesamten Spektrum von atemberaubend bis hölzern angesiedelt. Im „Daily Express“ stand zu lesen, dass die Kamera bei jeder Szene vor Bewunderung dahinzuschmelzen scheint.

Catch Me If You Can

Catch Me If You Can zeigt das außergewöhnliche Leben von Frank Abagnale, der sich gleichzeitig charmant wie skrupellos durch die 6oer Jahre gaunert. Die 2002 von Steven Spielberg gedrehte Komödie spielt einerseits mit vielen Klischees aus der Zeit, wird aber nie albern und trägt wunderbar die nostalgische Atmosphäre der 60er. Der Film wurde sowohl für diverse Oscars und Golden Globes nominiert und gewann internationale Preise. Absolut sehenswert.

Full Metal Jacket

Der Film Full Metal Jacket gehört zu den eindringlichsten Portraits des Vietnamkriegs. Der nach den entsprechenden Vollmantegeschossen benannte Film von Stanley Kubrick zeigt schonungslos das grauen des Krieges und welche Schicksale für die einzelnen Menschen hierdurch entstehen. Dabei wird nicht gewertet, keine Seite veorzugt. Im Krieg sind alle Menschen Opfer und Täter zugleich. Nicht umsonst wurde der Film belohnt und auch für den Oscar nominiert.

Filme die in den siebziger Jahren spielen

Wenn man beim Zappen auf einen Film aus den Siebziger Jahren stößt, kann man das sofort und ausnahmslos erkennen. Dieses Jahrzehnt ist geprägt durch Extreme – und zwar in jeder Hinsicht. Alles war bunt, mit großen Mustern versehen und eben extrem. Die Schauspieler dieser Filme fallen auf durch ihre Frisuren, die Männer durch die Koteletten und die Farbigen durch ihren voluminösen Afro-Look. Die Kleidung der 70er Jahre war schrill und farbenfroh. Aber auch die Innenausstattungen der Häuser waren bunt und die Tapeten mit Mustern dekoriert, die ihresgleichen suchen.

Die Filme der 70er Jahre – Der Stil

Die Ära der Siebziger Jahre war in filmischer Hinsicht eine spannende Zeit. Die großen Filmstudios in Hollywood starteten in dieser Zeit wahre Glanzlichter und gewaltige Sagas fanden ihren Anfang. Die ersten beiden Star Wars-Filme wurden in dieser Zeit gedreht. Steckten die Spezialeffekte gemessen an den heutigen Möglichkeiten noch in den Kinderschuhen, produzierten die Macher um George Lucas dieser Science-Fiction-Saga ein pompöses Sternenspektakel mit riesigen Raumschiffen und Laserschwertkämpfen. Auch das Mafia-Epos „Der Pate“ fand in den 70ern seinen Anfang. Die ersten beiden Filme um den Mafiaboss Don Corleone wurden 1972 und 1974 gedreht, der dritte Teil dann erst viel später 1990.

Man traute sich auch etwas in dem Jahrzehnt. Viele bisher nur am Rande angetastete Themen fanden ihren Zugang in die Filmwelt. Das amerikanische Kino wurde politischer und gesellschaftskritischer, Themen wie Sex und Gewalt wurden aufgenommen. So wurde beispielweise in „Harold und Maude“ ein Tabuthema gebrochen, indem eine Liebesbeziehung zwischen einem Schüler und einer alten Dame nicht nur angedeutet, sondern sogar bis zu den Sexszenen thematisiert wird. Auch „Einer flog übers Kuckucksnest“ mit Jack Nicholson in der Hauptrolle behandelt einen schwierigen Sachverhalt. Es wird das brutale, menschenverachtende Regiment des Personals in einer Irrenanstalt dargestellt; die Patienten werden mit Elektroschocks ruhiggestellt. Die Hauptfigur organisiert eine Revolte innerhalb der Mauern der Irrenanstalt.

Das Horrorgenre findet Ansturm; in „Der Exorzist“ ist die Hauptprotagonistin ein vom Teufel besessenes Mädchen. Auch das Thema Krieg wurde in der Zeit gerne und ausgiebig dargestellt. In „Apocalypse Now“ wird der Vietnamkrieg in seiner ganzen Härte und Grausamkeit beschrieben. Der Stil der Filme und Serien in dieser Zeit sind auch stark durch spannende Action- und Detektivgeschichten mit komödiantischen Einlagen geprägt. Die Serie „Die 2“ mit Tony Curtis und Roger Moore in den Hauptrollen steht sinnbildlich für diese Machart. Ein Gag jagt den nächsten und der Zuschauer kann sich vor gut platzierten Sprüchen kaum retten.

Filme, die in den 70er Jahren spielen – heute gedreht

Starsky & Hutch

Im Original ist Starsky & Hutch eine Serie, die von 1975 bis 1979 gedreht wurde. Die beiden Hauptakteure Detective Ken ‚Hutch‘ Hutchison und Detective Dave Starsky klären in Bay City (Drehort ist Los Angeles) als Cops viele Kriminalfälle auf. 2004 wurde die Serie als Spielfilm mit dem Erfolgsduo Ben Stiller als Starsky und Owen Wilson als Hutch verfilmt. Die Nebenrolle des Informanten ist brillant mit Rapper Snoop Dogg besetzt. Die beiden ungleichen Polizisten überführen gemeinsam einen Drogenhändler. Während Starsky versucht, seinem Job pflichtbewusst und gesetzestreu nachzugehen, muss er ausgerechnet mit seinem Kollegen Hutch zusammenarbeiten, dessen Arbeitsweise eher locker und meistens auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Der Bösewicht wird von Vince Vaughn dargestellt, Juliette Lewis und Jason Bateman sind weitere Akteure in dem Actionstreifen. Ausgezeichnet wurde der Film mit dem MTV Movie Award 2004 in der Kategorie Bestes Team für Ben Stiller und Owen Wilson. Spannender Plot: Die beiden Originaldarsteller aus den 70ern Paul Michael Glaser und David Soul haben einen kurzen Auftritt.

American Hustle

Dieser Hollywoodstreifen aus dem Jahr 2013 spielt in New York im Jahr 1973. Der Trickbetrüger Irving Rosenfeld, großartig verkörpert von Christian Bale, ist gezwungen mit FBI-Agent DiMaso (Bradley Cooper) zusammenzuarbeiten, als Irvings Geliebte Sydney Prosser (Amy Adams) überführt wird. Korrupten Politikern, vor allem aber dem Bürgermeister (Jeremy Renner), soll der Garaus gemacht werden. Die Rolle von Irvings Ehefrau ist bestechend mit Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence besetzt. Die Darsteller leben die Zeit der 70er ganz überzeugend und vor allem die Kleidung und die Frisuren sind sehr schillernd und detailgetreu dargestellt.

American Gangster

Dieser Film von Erfolgsproduzent Ridley Scott, der hier auch Regie führt, ist ganz großes Kino. In den Hauptrollen sind die Hollywoodgrößen Denzel Washington, Russell Crowe und Josh Brolin zu sehen. Nominiert wurde der Film für zwei Oscars in den Kategorien Beste weibliche Nebenrolle und Beste Art Direction. Die Handlung des Films beschreibt den Aufstieg des ehemaligen Fahrers Frank Lucas, der nach dem Tod des Clanbosses eine eigene Organisation aufbaut. Durch den Vietnamkrieg verschafft er sich den Weg für die Einfuhr von Heroin in die USA in den Särgen gefallener amerikanischer Soldaten und wird immer erfolgreicher. Der Cop Richie Roberts wird mit dem Aufbau einer Spezialeinheit in New York beauftragt, um den Drogenhandel zu bekämpfen. Die beiden Hauptakteure agieren auf unterschiedlichen Seiten und kommen schließlich ins Geschäft.

München

Preis: EUR 9,99

Dieser Film wurde nach einer wahren Begebenheit gedreht und stellt die Geiselnahme der israelischen Mannschaft während der Olympiade in München dar. In den Hauptrollen sind Eric Bana, Daniel Craig, Geoffrey Rush und Moritz Bleibtreu zu sehen, Regisseur ist Stephen Spielberg. Während der Olympiade wurden die Athleten aus Israel aus dem olympischen Dorf entführt und getötet. Daraufhin wird eine Todesliste mit den verantwortlichen Terroristen seitens der israelischen Regierung erstellt und es soll Vergeltung verübt werden. Ein Team aus vier eher unerfahrenen Männern wird angeführt von dem Mossad-Agenten Avner Kaufman (Eric Bana), der persönlich von der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir für diese Mission ausgesucht worden ist, um die palästinensischen Attentäter zu töten.

Rush: Alles für den Sieg

Ein Film der Superlative aus dem Profirennsport über die Formel 1-Legende Nikki Lauda. Grandios verkörpert von Daniel Brühl und mit dem Leinwandgott Chris Hemsworth als Gegenspieler James Hunt. Dieser britisch-deutsche Film wurde 2013 gedreht, spielt aber in den Siebziger Jahren. Es wird die Rivalität zwischen den beiden Rennsportfahrern Lauda und Hunt sehr eindrucksvoll dargestellt. Während Nikki Lauda für den italienischen Rennstall Ferrari fährt, ist James Hunt für McLaren Mercedes im Team. Nikki Lauda gilt als technisch versierter Perfektionist, Hunt ist eher als Playboy bekannt. Die beiden liefern sich auf den Rennstrecken der Welt erbitterte Kämpfe um den Sieg.

Die wilden Siebziger

Zugegeben, kein Film sondern eine Serie. Diese mit über 200 Folgen sehr erfolgreiche Serie bietet aber dafür ein Feuerwerk an Gags und guter Laune. Das Gefühl der 70er wurde selten so gekonnt auf die Schippe genommen. Egal ob Klischees, alte Moralvorstellungen, Musik und vieles mehr. Die Serie schafft es die Umbruchstimmung der Zeit gekonnt abzubilden und der eine oder andere ältere Zuschauer wird sich bei einigen Spitzen ertappt fühlen. Das passiert aber immer auf eine charmante Art und Weise. Dazu wundervolle Charaktere und Schauspieler die noch am Anfang ihrer großen Karieren stehen. Einfach wunderbar.