Schon in den 50er, 60er und 70er Jahren waren Barhocker ein fester Bestandteil im heimischen Partykeller oder in Lokalen. Seit jeher erfreuen sie sich ungebrochener Beliebtheit und sind auch aus den heutigen Bars nicht mehr wegzudenken. Gerade im Zuge der Retrowelle, bei der Altes wieder aufgefrischt wird, sind Barhocker als Möbelstück sehr gefragt. An dieser Stelle soll beleuchtet werden, wie sich der Barhocker über die vergangenen Jahrzehnte hinweg bis heute entwickelt und verändert hat. Zudem findest eine Übersicht der aktuell beliebtesten Vintage-Barhocker.

Barhocker in den 50er Jahren

Die 50er waren geprägt vom Wirtschaftswunder, das nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren in Deutschlang Einzug hielt. Der Wohlstand der Bevölkerung wuchs wieder und man suchte Möglichkeiten zur Zerstreuung. Da in dieser Dekade der amerikanische Lebensstil auch hierzulande Anklang fand, orientierte sich die Mode der Barhocker an Vorbildern aus Amerika. Typisch waren stabile Stuhlbeine aus Aluminium oder verchromtem Stahl sowie eine runde Sitzfläche, die häufig aus rotem oder türkisgrünem (Kunst-)Leder bestand. Ein Barhocker hatte entweder vier Stuhlbeine an den Seiten oder wurde von einer robusten Metallröhre gehalten, die in der Mitte des Sitzes befestigt war. Varianten mit Lehne hatten eine eckige Sitzfläche, runde Barhocker hatten keine Stuhllehne und waren meistens niedriger. In dieser Zeit fand man Barhocker fast ausschließlich an den Theken und Tischen amerikanisch inspirierter Lokale oder in Milchbars vor. In den Privatheimen hatten sie noch keinen verbreiteten Einzug gehalten.

Barhocker in den 60er Jahren

In den 60ern wandelte sich die Gestaltung der Barhocker hinsichtlich des verarbeiteten Materials. Die Sitzfläche bestand nicht mehr nur aus Leder, dafür aber inzwischen häufiger aus Holz. Das Gleiche galt für die Stuhlbeine, auch für ihre Herstellung wurde zunehmend Holz verwendet. Damit wurden Barhocker preiswerter und leichter erschwinglich für private Haushalte. Man traf Barhocker sowohl in Gaststätten als auch im eigenen Fetenkeller als Sitzgelegenheiten an. Im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt sahen die Barhocker minimalistischer gestaltet aus. Sie dienten in erster Linie der Zweckmäßigkeit und weniger der Dekoration eines Raumes. Ein möglicher Grund dafür ist das Aufkommen von Studentenbuden, wo bei der Einrichtung das Augenmerk einerseits auf Naturbelassenheit, andererseits auf Kostengünstigkeit lag.

Barhocker in den 70er Jahren

Nicht nur bei der Bekleidung, sondern auch bei den Möbeln prägten bunte Farben, Kreativität und das Spielen mit Kontrasten die 70er Jahre. Orange, Gelb und Rot waren in diesen Jahren vorherrschend. Die Barhocker bestanden vornehmlich aus Plastik, ähnlich wie die halbrunde Sitzbank bei den Folgen von ‚Disco‘. Die Sitzfläche hatte oftmals eine leicht geschwungene, kegelartige Form. Beliebt waren standsichere Modelle, bei denen das Stuhlbein in der Mitte ebenfalls aus Plastik verarbeitet wurde. Ähnlich wie in den 60ern gehörten Stuhllehnen seltener zur Ausstattung. Ein Barhocker sollte sowohl dekorativ als auch langlebig sein und schmückte die Wohnung. Außerhalb der eigenen vier Wände, beispielsweise in Lokalen, waren Barhocker auch in dieser Zeit in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand. Für die Anfertigung solcher Modelle wurde nach wie vor meistens Holz verwendet.

Barhocker heute

Wirft man einen Blick auf die heutigen Barhocker, so haben die beschriebenen Jahrzehnte die derzeitige Mode durchaus beeinflusst. Dennoch erinnert die Aufmachung der Sitzfläche bei vielen Modellen vor allem an die Siebziger Jahre. Plastik ist auch heute bei der Produktion der Barhocker verbreitet. Die Gestelle sind hingegen meistens aus Stahl gefertigt. Die Hocker sind im öffentlichen Raum in Cocktailbars oder Bistros zu finden. In Eigenheimen gehören sie zunehmend zur Einrichtung vieler Küchen. Partykeller spielen in modernen Neubauten kaum noch eine Rolle, deshalb werden Barhocker dafür kaum noch benötigt.

Aus der Mode kommen die Hochstühle aber nie, da das Angebot auf dem Markt breit gefächert ist und Varianten in einer Vielzahl von Formen und Farben sowie unterschiedlicher Materialien erhältlich sind. Für jeden Anlass gibt es den passenden Stuhl. Selbst Originalstücke aus früheren Jahren kann man auf entsprechenden Anbieterportalen bestellen und sich ein Stück Nostalgie zurückholen.