Die Kaffeeemühle hat eine lange Tradition. Bevor der Kaffee bei uns Einzug hielt, wurden bereits im Orient die Kaffeebohnen mit Hilfe eines Mörsers und eines Stößels, grob zerkleinert, mit Zucker aufgekocht und heiß serviert. Diese traditionelle Zubereitung eines Moccas hat sich in diesen Ländern bis heute erhalten.

Beliebte Retro-Kaffeemühlen

Die erste manuelle Kaffeemühlen in Deutschland

Seit der Zeit, als der Kaffee per Schiff auch nach Europa kam, gibt es auch die erste urkundliche Erwähnung einer manuellen Kaffeemühle (1715). Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts wusste man über die Notwendigkeit eines feinen Mahlgrades, der Kaffeebohnen. Die ersten Kaffeemühlen waren ziemlich einfach und mit großem Kraftaufwand zu bedienen. Sie besaßen eine Handkurbel und ein Fach, aus dem man das Kaffeemehl entnehmen konnte. Die Kaffeebohnen konnten mit diesen Mühlen nicht gleichmäßig zermahlen werden. Schalen und gröbere Bohnenstücke sowie die beim Zerreißen anstehende Hitze verringerten den Geschmack des Kaffees. Die nächste Generation der Mühlen waren bereits mit Einstellmöglichkeiten für den Mahlgrad der Kaffeebohnen versehen. Dabei gab es oberstellige und unterstellige Kaffeemühlen, je nachdem, ob sich die Einstellfunktion im oberen oder unteren Bereich des Trichters befand. Die Feinheit des Kaffeepulvers hängt immer von seiner Verwendung ab. Filterkaffee wird mit gröberem Kaffeepulver zubereitet, als ein Espresso oder ein Mocca. Man entwickelte Schoßkaffeemühlen, Modelle, die an der Wand fixiert werden konnten oder Kaffemühlen, die mit einer Zwinge an einem Tisch fixiert wurden.

Kunstwerk Kaffeemühle

Die Kaffeemühle gehörte zu den Gebrauchsgegenständen, die in vielen ästhetischen Varianten und Materialien hergestellt wurden und sich nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre Besonderheit auszeichnete. Es gab Kaffeemühlen aus den edelsten Hölzern, bemalt mit Motiven der jeweiligen Epochen und mit verzierten Kurbeln (besonders schöne Modelle stammen aus der Jugendstilzeit).

Auch heute sind Kaffeemühlen im Retro-Look in jeder Küche ein Hingucker. Sucht man nach einem Originalstück empfiehlt es sich bei Oma nachzufragen. Auch auf Flohmärkten werden oft gut erhaltene hölzerne Kaffeemühlen angeboten. Achtung: Wenn das Holz Löcher aufweist, ist der Wurm drinnen!

Die erste Kaffeemaschine mit Kegelmahlwerk

1864 begann als erster die Firma Leinbrock in Sachsen mit der Herstellung und dem Vertrieb von Kaffeemühlen. Leinbrock brachte die erste handbetriebene Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk auf den deutschen Markt. Diese Kaffeemühle brachte ein wesentlich gleichmäßigeres Mahlergebnis. Das Aroma des Kaffees blieb erhalten, da sich durch die größere Oberfläche des Kegelmahlwerkes der Kaffee nicht so stark erwärmte. Zudem war diese Kaffeemühle auch leiser als ihre Vorgänger. Nach dem selben Prinzip funktionieren auch heute noch moderne, mechanische und elektrische Kaffeemühlen.

Die ersten elektrisch betriebenen Kaffeemühlen

Weite Verbreitung in der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden einfache, elektrisch betriebene Kaffeemühlen. Sie bestanden aus einem geschlossenen Behälter, in dem kleine Messer rotierten und die Kaffeebohnen mittels Zentrifugalwirkung zerkleinerten. Aufgrund der Wärmeentwicklung, des hohen Geräuschpegels und der schlechten Qualität des nicht gemahlenen, sondern zerschlagenen Kaffeemehls, verliert der Kaffee viel von seinem ursprünglichen Aroma.

Industrielle Kaffeemaschinen mit Walzenmahlwerk

In der Industrie setzte man die ersten Walzenmahlwerke ein, die wenig Hitze erzeugen und große Mengen an Kaffeepulver in kurzer Zeit herstellen können. Das so hergestellte Kaffeepulver punktet darüber hinaus durch einen deutlich besseren Geschmack. Der erste vakuumverpackte Kaffee eroberte die Märkte.

Kaffeemahlen in der Gastronomie

Im Gastgewerbe verwendet man mit Scheibenmahlwerken aus Stahl ausgestattete Kaffeemühlen.

Günstige Modelle arbeiten mit einer Drehzahl von 700/min, Standard-Gastronomiemühlen mit Drehzahlen von 1400/min.

Wie mahlt man heute Kaffee?

Wer nicht zu vakuumverpackten Kaffee greift und das Aroma eines frisch gemahlenen Kaffees schätzt, kann zwischen günstigen elektrisch betriebenen Kaffeemühlen aus rostfreiem Edelstahl, aber auch zu speziellen Luxus-Espressomühlen mit großem Scheibenmahlwerk greifen, die besonders fein mahlen. Wer Filterkaffee bevorzugt, benötigt kein so teures Modell. Liebhaber alter Traditionen bevorzugen moderne handbetriebene Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk und der Möglichkeit den Mahlgrad einzustellen. Diese kommen ohne Strom aus und eignen sich zum Beispiel wunderbar für Campingtouren. Der Vorteil der manuell betriebenen Mühlen: Bereits bei der Zubereitung duftet es herrlich nach Kaffee. Der Nachteil: Man muss selbst die Kurbel drehen und kommt als Vieltrinker bald ins Schwitzen.