Ein Aschenbecher hat nicht nur die Funktion die Asche von Zigarette, Pfeife oder Zigarre aufzunehmen. Er ist gleichzeitig Design-Objekt und in der heutigen Zeit, in der es Raucher nicht mehr so leicht haben auch ein Statement. Es lohnt sich daher hier auf ein individuelles, außergewöhnliches Design zu setzen. Dann kann solch ein Aschenbecher zum lebenslangen Begleiter werden. Hier daher einige Vorschläge zu besonderen Retro-Aschenbechern.

Beliebte Vintage-Aschenbecher

Eine Retrospektive der 50er, 60er und 70er Jahre

Dieser Artikel möchte den interessierten Leser mit auf eine kurze Reise durch 3 Jahrzehnte mitnehmen. Das Hauptaugenmerk ruht dabei auf ein kleines wenngleich nützliches Möbelstück, dem Aschenbecher. Von den meisten Menschen der inhalierenden Zunft auch liebevoll Ascher genannt. Vorab ein Einblick in die Vielfalt der unterschiedlichen Modelle.

Bauarten von Aschenbechern

Es gibt eine Vielzahl an Formen von Aschenbechern. Hier eine Liste der gängigsten Varianten.

  • Schleuderascher/Drehascher teils als Spieluhr mit Musik
  • Kippascher
  • Klappascher
  • Standaschenbecher, für den Fußboden
  • Ascher mit eingearbeiteten Glutlöschern
  • Anti-Rauch Aschenbecher
  • Windascher
  • Zigarrenascher
  • Ascher in Form von Kleidungsstücken, Körperteile, Tieren, Fortbewegungsmitteln (Oldtimer, Rennwagen, Dampflok), Bettpfanne, Holzschuh, Damenschuh
  • Ascher mit Motivbildern (Ansichtskarten, Rennwagen, Oldtimer 30er Jahre) und Sponsoren/Werbebanner (meist von Bier-/Spirituosenherstellern und logischerweise auch Tabakwarenproduzenten) als Werbegeschenke für die Gastwirte
  • Ascher im Set mit Etui und Feuerzeug oder Streichholzschachtelhalter
  • Ascher mit Kerzenständer
  • Ascher als Bar Set mit Schnapsgläsern
  • Miniatur-Spinnrad mit Kupferascher und Becher als Zigarettenspender
  • Igel-Ascher 6-teilig (halb offene Matroschka)

Die 50er

Anfang der 1950er Nachkriegsjahre wurde geraucht, was der Schwarzmarkt hergab. Schritt für Schritt kehrte dann auch die Wohnlichkeit in die wieder aufgebauten Häuser zurück.

Schnell stellte sich heraus, dass der Ascheeimer für die Ofenheizungsreste schlichtweg ungeeignet für den Stubentisch war. Um nicht ganz auf den Rauchergenuss daheim zu verzichten, erwiesen sich kleine Teller zum Sammeln der Asche als recht nützlich. Ein oder mehrere Mulden am Aschentellerrand verhinderten das Wegrollen der Zigarette bei kurzzeitigem Ablegen des Rauchguts. Die meisten Ausführungen der Ascher in den 50ern waren einfach, zweckmäßig und schmuck. In dezenter Farbgebung entzückten hübsche Landschaftsmotive oder andere Bilder zeitgenössischer Kunst.

60er Jahre

Die 1960er Jahre waren geprägt von der allgemeinen Entspannung nach den Kriegswirren. Der Wiederaufbau zerstörter Städte war größtenteils abgeschlossen und Gastarbeiter kamen temporär als Wirtschaftsmotor ins Land.

Wohl dem, der einen stilvollen Ascher sein Eigen nennen durfte. Denn nicht nur die Wirtschaft florierte, sondern auch die Vielfältigkeit in Formgebung und Material der Aschenbecher. Ein innovativer Aschenbecher avancierte zum (seinerzeit noch nicht als anglizistische Wortprägung bekannt) „must have“ in jeder gemütlichen Behausung und wurde damit zum Statussymbol. Konnte doch jederzeit mit Gästen gerechnet werden, die beim höflichen Anbieten einer Zigarette „Oh, bitte ja“ sagen. Darum waren alle Genussmittel in quasi jedem guten Hause vorhanden. Egal ob Raucher- oder Nichtraucherhaushalt. Der Krieg war längst vorbei, allen ging es wieder gut und das wollte jedermann zeigen und vorleben.

Für den Aschenbecher waren dies die Jahre der Blütezeit. Ob groß, schwer, protzig oder doch lieber stilvoll, dezent, witzig, unauffällig mit Hang zum „Hätte nie gedacht, dass dies ein Aschenbecher ist.“. Ascher dieser Periode wurden aus Materialien wie robuste Holzarten, Messing, Zinn, Porzellan, Glas, Marmor, mit Leder- oder Stoffverkleidung gefertigt.

Love, Smoke, Rock ’n’ Roll – die wilden 70er

Nach den 1968er Studentenprotesten und der bis in die 1970 Jahre reichenden „Freie liebe Bewegung“ wurde noch immer fleißig geraucht. Die jungen Leute rauchten gegen das Establishment und gegen die „Spießer“; einige von ihnen sogar gegen das Rauchen. Die „Spießer“ rauchten wegen ihrer hübschen Aschenbecher. Der schrille Modestil der Popkultur wirkte sich nicht so stark auf das Aschenbecherdesign aus. Ascher in psychedelischen Farben oder mit Paisleymuster sind eher Mangelware. Stellte so ein Aschenbecher doch ein Prestigeobjekt der von der Jugend abgelehnten familiär-häuslichen Struktur dar.

Aschenbecher heute

In unserer heutigen Spaßgesellschaft sind Aschenbecher hauptsächlich funktionell geartet.

Glücklicherweise finden sich auf dem einen oder anderen Ascher witzige Sprüche und Lebensweisheiten. Was sinngemäß nicht auf ein T-Shirt passt, muss dann auf den Aschenbecher geschrieben werden. Mit etwas Galgenhumor versehen ließt sich dann dort: „Mir doch egal, was Krebse geil macht“.

Aktuell gern genutzt sind Ascher mit Deckel oder ähnlichen Verschlusstechniken.

Zeitlos stilvoll gearbeitete Aschenbecher aus früheren Tagen erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit und werden rege über Onlinehändler an- und verkauft.